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19-Zoll-Steckdosenleiste für Rack und Serverschrank

Aktualisiert am 2. Oktober 2026 · Redaktion mehrfachsteckdose.net

Eine 19-Zoll-Steckdosenleiste (PDU) wird mit zwei Schrauben direkt in den Rack-Rahmen montiert und belegt meist eine Höheneinheit (44,45 mm). Für Homelab und Netzwerkschrank reicht in der Regel eine 1-HE-Leiste mit 8 bis 9 Schuko-Plätzen oder Kaltgerätebuchsen, 1,5-mm²-Zuleitung und Schalter. Entscheidend sind die passenden Buchsen für deine Geräte, die Gesamtlast und eine zugängliche Position im Schrank.

Auf einen Blick

Breite
19 Zoll (482,6 mm)
Bauhöhe
meist 1 HE
Buchsen
Schuko oder C13
Max. Last
16 A, 3.680 W
Inhalt
  1. Was eine 19-Zoll-PDU ausmacht
  2. Steckerarten: Schuko oder Kaltgeräte
  3. Leistung im Rack planen
  4. Schalter, Messung und Überspannungsschutz
  5. Montage und Anordnung im Schrank
  6. Wann sich eine 19-Zoll-Leiste lohnt
  7. Empfehlungen nach Einsatz

Im Rack sind normale Tischleisten fehl am Platz: Sie liegen lose auf dem Boden des Schranks, rutschen beim Umbau weg und blockieren Lüftung und Kabelwege. Eine 19-Zoll-Steckdosenleiste sitzt fest im Rahmen und lässt sich wie ein Gerät ein- und ausbauen. Weitere spezielle Einsatzorte findest du in der Übersicht Einsatzbereiche.

Was eine 19-Zoll-PDU ausmacht

PDU steht für Power Distribution Unit, also Stromverteiler. Im Heim- und Kleinbürobereich ist das meist eine Steckdosenleiste im 19-Zoll-Format mit Montagewinkeln an beiden Enden. Die Winkel werden mit Käfigmuttern an den Rack-Schienen verschraubt. Größere Rechenzentren nutzen zusätzlich senkrechte PDUs ohne Höheneinheit (0 HE), die seitlich im Schrank sitzen; für ein Homelab sind sie selten nötig.

MerkmalTypische AusführungWorauf du achtest
Bauhöhe1 HE (44,45 mm)Freie Höheneinheit im Rack einplanen
Buchsen8–9 Schuko oder 8–12 C13Nach den Steckern deiner Geräte wählen
AnordnungSchuko oft 45° gedrehtKabel zeigen schräg nach hinten
ZuleitungSchuko-Stecker, 2–3 m, 1,5 mm²Länge bis zur Wandsteckdose prüfen
Schalterbeleuchtet, oft zweipoligAbdeckung gegen versehentliches Ausschalten
GehäuseAluminium oder StahlblechSchutzleiterverbindung zum Rack
ZusatzfunktionenÜberspannungsschutz, Messung, FernschaltungNur kaufen, was du nutzt

Steckerarten: Schuko oder Kaltgeräte

Die wichtigste Entscheidung betrifft die Buchsen. Server, NAS-Systeme und viele Switches haben eine Kaltgerätebuchse (C14) am Netzteil. Router, Modems und kleine Switches dagegen hängen an Steckernetzteilen.

  • Schuko-Buchsen: Universell. Du nutzt normale Kaltgerätekabel mit Schuko-Stecker und kannst auch Steckernetzteile anschließen. Nachteil: Die Stecker sind groß und Netzteile blockieren Nachbarplätze.
  • C13-Buchsen: Kompakt, mehr Plätze pro Höheneinheit und kurze C13-auf-C14-Kabel ohne Überlängen. Eine C13-Verbindung ist für 10 A ausgelegt. Steckernetzteile passen nur mit Adapter.
  • C19-Buchsen: Für Geräte mit hoher Leistung und C20-Eingang, ausgelegt für 16 A. Im Homelab selten.
  • Mischbestückung: Einige Leisten kombinieren Schuko und C13. Praktisch, wenn Server und Router im selben Schrank stehen.

Leistung im Rack planen

Die Zuleitung mit Schuko-Stecker begrenzt jede PDU auf 16 A, also 3.680 W. Im Homelab ist das selten knapp, aber Server summieren sich. Rechne mit den Angaben der Netzteile im Betrieb, nicht mit der Nennleistung des Netzteils:

  • Kleiner Server oder Mini-PC: 20–100 W
  • Rack-Server mit zwei CPUs unter Last: 200–500 W
  • NAS mit vier Festplatten: 30–60 W
  • Switch ohne PoE: 15–50 W; mit PoE kommt das PoE-Budget dazu
  • Router, Modem, Firewall: 10–40 W

Für Dauerbetrieb lohnt sich Reserve: Plane die PDU nicht über 80 Prozent der zulässigen Last aus. Den Rechner zum Addieren findest du im Ratgeber zur sicheren Belastung von Steckdosenleisten. Eine Leiste mit Überlastschutz schaltet ab, bevor die Zuleitung überlastet wird – im Rack kann das aber alle Geräte gleichzeitig abschalten.

Dauerlast und Wärme: Im geschlossenen Schrank steigt die Temperatur. Kontakte und Kabel arbeiten dann mit weniger Reserve. Achte auf Lüftung im Rack, lege die PDU nicht direkt über die Abluft eines Servers und prüfe nach einigen Wochen Betrieb, ob Stecker oder Leiste warm werden.

Schalter, Messung und Überspannungsschutz

Ein Schalter an der PDU ist im Rack zweischneidig. Er erlaubt das gezielte Stromlosschalten bei Umbauten, kann aber auch versehentlich betätigt werden. Viele Rack-Leisten haben deshalb eine Klappe oder Abdeckung über dem Schalter.

Leisten mit Strommessung zeigen den aktuellen Strom auf einem Display oder übers Netzwerk. Damit erkennst du, wie viel dein Homelab dauerhaft zieht. Für einzelne Geräte gibt es Leisten mit Messung pro Buchse; Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber Steckdosenleiste mit Strommessung.

Ein Überspannungsschutz in der PDU ist ein Feinschutz (Typ 3). Er wirkt nur zuverlässig, wenn vorgelagert Grob- und Mittelschutz vorhanden sind. Wie die drei Stufen zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Grob-, Mittel- und Feinschutz. Denke auch an Datenleitungen: Spannungsspitzen können über das Netzwerkkabel vom Hausanschluss kommen, wie der Ratgeber Überspannungsschutz für LAN, SAT und Telefon zeigt.

Montage und Anordnung im Schrank

  1. Höheneinheit wählen, an der Schalter und Buchsen erreichbar bleiben, meist ganz unten oder ganz oben im Rack.
  2. Käfigmuttern in den Schienen setzen und die PDU mit vier Schrauben befestigen.
  3. Kurze Kaltgerätekabel verwenden, um Kabelschlaufen zu vermeiden, die den Luftstrom behindern.
  4. Bei Servern mit zwei Netzteilen jedes Netzteil an eine andere PDU anschließen, idealerweise an verschiedenen Stromkreisen oder mit einer USV an einer Seite.
  5. Die Zuleitung mit Zugentlastung am Rack fixieren, damit sie nicht aus der Wandsteckdose gezogen wird.

Beschriften lohnt sich: Markiere jede Buchse und jedes Kabelende mit dem Gerätenamen. Bei einem Umbau oder einer Störung findest du so sofort den richtigen Stecker, ohne den falschen Server abzuschalten.

Wann sich eine 19-Zoll-Leiste lohnt

Sinnvoll ist sie ab einem echten 19-Zoll-Rack mit mehreren Geräten. In einem kleinen Wandverteiler mit Router und Switch reicht oft eine kompakte Leiste mit Montageösen, die du an der Rückwand verschraubst. Eine Leiste mit stabilem Gehäuse aus Metall stellt der Ratgeber Aluminium-Steckdosenleiste vor; Hersteller mit Schwerpunkt auf Rack-Lösungen beschreibt der Ratgeber zur Marke Bachmann.

Empfehlungen nach Einsatz

19-Zoll-PDU mit Schuko, 1 HE

Für Homelab-Racks mit gemischten Geräten und Steckernetzteilen.

  • 8 bis 9 Schuko-Buchsen
  • beleuchteter Schalter
  • 1,5 mm² Zuleitung
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19-Zoll-PDU mit C13-Buchsen

Für Server und NAS-Systeme mit Kaltgeräteeingang.

  • 8 oder mehr C13-Buchsen
  • Schuko-Zuleitung
  • Metallgehäuse
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19-Zoll-Leiste mit Überspannungsschutz

Für Netzwerkschränke mit wertvoller Technik.

  • Kontroll-LED
  • Schalter mit Abdeckung
  • Überspannungsschutz Typ 3
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Häufige Fragen

Was bedeutet 1 HE bei einer Steckdosenleiste?

HE steht für Höheneinheit. Eine Höheneinheit misst 44,45 mm, also 1,75 Zoll. Eine 1-HE-Leiste belegt genau einen Platz im 19-Zoll-Rack.

Kann ich eine 19-Zoll-Steckdosenleiste ohne Rack nutzen?

Ja, sie funktioniert auch auf einem Regal oder unter einem Tisch. Die Montagewinkel lassen sich bei vielen Modellen abschrauben oder umdrehen. Für normale Arbeitsplätze ist eine gewöhnliche Leiste mit Montageösen aber meist praktischer.

Wie viele Server darf ich an eine PDU anschließen?

Das hängt von der Leistungsaufnahme ab, nicht von der Zahl der Buchsen. Die Summe aller Geräte muss unter 16 A bzw. 3.680 W bleiben, für Dauerbetrieb besser mit 20 Prozent Reserve. Miss den tatsächlichen Verbrauch im Betrieb, statt nur die Netzteil-Nennleistung zu addieren.