USB-Steckdosenleiste im Standby: wie viel Strom sie ohne Gerät zieht
Ja, eine USB-Steckdosenleiste verbraucht auch ohne angeschlossenes Gerät Strom, solange ihr Netzteil am Netz hängt. Bei ordentlichen Netzteilen sind das meist nur Zehntelwatt, also rund 1 bis 3 kWh im Jahr. Teurer wird es erst, wenn mehrere solcher Leisten, Kontroll-LEDs und Funkmodule zusammenkommen. Ein Schalter, der die USB-Elektronik mit abschaltet, beendet den Verbrauch vollständig.
Auf einen Blick
- Leerlauf typisch
- unter 0,5 W
- 0,3 W pro Jahr
- ca. 2,6 kWh
- Messen
- kWh über mehrere Tage
- Abhilfe
- Schalter trennt USB
Inhalt
Warum USB-Ports im Leerlauf Strom ziehen
In jeder Mehrfachsteckdose mit USB sitzt ein Schaltnetzteil, das 230 V Wechselspannung in 5 V bis 20 V Gleichspannung umwandelt. Damit es sofort liefern kann, wenn du ein Handy einsteckst, bleibt es dauerhaft aktiv. Seine Regelung, der Kondensator am Eingang und kleine Verluste im Trafo verbrauchen dabei ständig etwas Energie, auch wenn kein Gerät lädt. Fachleute sprechen vom Leerlaufverbrauch.
Dazu kommen weitere Dauerverbraucher in der Leiste:
- Kontroll-LEDs an Schalter oder USB-Ports, meist nur Bruchteile eines Watts
- Überspannungsschutz mit Statusanzeige, ebenfalls sehr gering
- Funk- oder WLAN-Module bei smarten Leisten, oft deutlich mehr als die USB-Elektronik
- Elektronik für Power Delivery, die mit dem angeschlossenen Gerät die Spannung aushandelt
Moderne Netzteile mit effizienten Schaltreglern brauchen im Leerlauf sehr wenig. Ältere oder sehr billige Konstruktionen können spürbar mehr ziehen. Genaue Angaben zum Leerlaufverbrauch finden sich in den Datenblättern von Steckdosenleisten leider selten.
Was der Leerlauf im Jahr kostet
Weil der Leerlauf rund um die Uhr anfällt, rechnest du mit 8.760 Stunden pro Jahr. Die Tabelle zeigt die Werte für verschiedene Leerlaufleistungen bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh.
| Leerlaufleistung | Verbrauch pro Jahr | Kosten pro Jahr (35 ct/kWh) | Typische Situation |
|---|---|---|---|
| 0,1 W | 0,9 kWh | ca. 0,30 € | Sehr effizientes USB-Netzteil |
| 0,3 W | 2,6 kWh | ca. 0,90 € | Übliche USB-Leiste mit LED |
| 0,5 W | 4,4 kWh | ca. 1,50 € | Leiste mit mehreren Anzeigen |
| 1 W | 8,8 kWh | ca. 3,10 € | Smarte Leiste mit WLAN |
| 2 W | 17,5 kWh | ca. 6,10 € | Mehrere Leisten oder alte Netzteile |
Für eine einzelne USB-Leiste ist der Leerlauf also ein kleiner Posten. Deutlich mehr bringt es meist, die angeschlossenen Geräte wie Fernseher, Receiver oder Konsole vom Netz zu trennen. Wie du diesen größeren Hebel angehst, erklärt Standby-Verbrauch senken.
Standby der USB-Leiste messen
Den Leerlauf einer USB-Leiste zu messen, ist schwieriger als gedacht. Viele günstige Energiekostenmessgeräte zeigen unterhalb von etwa 1 bis 2 W ungenaue Werte oder einfach null an. So gehst du trotzdem sinnvoll vor:
- Messgerät zwischen Wandsteckdose und Leiste stecken.
- Alle Geräte von der Leiste abziehen, auch Ladekabel aus den USB-Ports.
- Leiste eingeschaltet lassen und das Messgerät mehrere Tage laufen lassen.
- Die gemessenen kWh durch die Zahl der Stunden teilen. Das Ergebnis mal 1.000 ergibt die durchschnittliche Leistung in Watt.
Beispiel: 0,05 kWh in 168 Stunden ergeben 0,3 W. Smarte Leisten mit integrierter Messfunktion helfen hier nicht, weil sie ihren eigenen Verbrauch meist nicht anzeigen. Wie gut solche Messungen pro Steckdose funktionieren, beschreibt Steckdosenleiste mit Strommessung.
Handgriff-Test: Ist die Leiste im Bereich der USB-Ports ohne angeschlossenes Gerät spürbar warm, ist der Leerlauf ungewöhnlich hoch. Ein gutes Netzteil bleibt im Leerlauf praktisch kalt.
Wann ein Schalter sinnvoll ist
Ob ein Schalter die USB-Ports mit abschaltet, hängt von der Bauweise ab. Bei manchen Leisten sitzt das USB-Netzteil hinter dem Hauptschalter, bei anderen davor, sodass es dauerhaft versorgt bleibt. Einige Modelle haben einen eigenen USB-Schalter. Die Varianten vergleicht der Ratgeber Mehrfachsteckdose mit Schalter und USB.
| Einsatzort | USB mitschalten? | Begründung |
|---|---|---|
| Schreibtisch, Home-Office | ja | Feierabend heißt alles aus, auch die Ladeports |
| TV-Board | ja | USB wird dort selten genutzt, Leerlauf läuft sonst dauerhaft |
| Nachttisch | nein | Das Handy soll nachts laden, auch wenn die Lampe aus ist |
| Flur, Ladestation für die Familie | wahlweise | Getrennter USB-Schalter oder einzeln schaltbare Plätze |
Für gemischte Situationen bietet eine einzeln schaltbare Mehrfachsteckdose die meiste Kontrolle. Neben dem Stromsparen gibt es einen zweiten Grund für das Abschalten: Elektronik, die nicht am Netz hängt, kann bei einem Defekt auch nicht überhitzen. Bei längerer Abwesenheit, etwa im Urlaub, ist das Ausschalten deshalb immer sinnvoll.
Worauf du beim Kauf achtest
- Schaltverhalten dokumentiert: Gute Hersteller geben an, ob der Schalter die USB-Ports trennt.
- Effiziente Ladeelektronik: Netzteile mit GaN-Bauteilen arbeiten effizient und bleiben kühl. Hintergründe in GaN-Steckdosenleiste.
- Passende Leistung: Ein überdimensioniertes Netzteil mit 100 W braucht im Leerlauf tendenziell mehr als ein kleines mit 20 W. Was du wirklich brauchst, klärt USB-Ladeleistung erklärt.
- Dezente oder abschaltbare LEDs: spart wenig Strom, stört aber im Schlafzimmer nicht.
- Sichere Basis: GS- oder VDE-Zeichen, Kabel mit 1,5 mm² und eine Belastbarkeit von 16 A beziehungsweise 3.680 W für die Schuko-Plätze. Welche Geräte zusammen an eine Leiste dürfen, berechnest du unter Sicherheit von Mehrfachsteckdosen.
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Häufige Fragen
Sollte ich USB-Ladekabel nach dem Laden aus der Leiste ziehen?
Ein Kabel ohne Gerät verbraucht selbst keinen Strom, der Leerlauf entsteht im Netzteil der Leiste. Herausziehen bringt deshalb nichts, ausschalten der Leiste dagegen schon.
Verbraucht ein eingestecktes, aber volles Handy mehr Strom?
Ein wenig, weil das Handy den Akku gelegentlich nachlädt und die Elektronik aktiv bleibt. Der Mehrverbrauch ist gering, über viele Stunden im Jahr aber messbar.
Ist der Leerlauf einer USB-Leiste ein Sicherheitsrisiko?
Bei geprüften Leisten mit intaktem Gehäuse nicht. Trotzdem ist es sinnvoll, die Leiste bei längerer Abwesenheit auszuschalten, damit keine Elektronik unbeaufsichtigt am Netz hängt.